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Chronik 1890 - 2000

1890 Einstimmiger Beschluß des Bürgervereins Augsburg, die Errichtung einer bürgerlichen Töchterschule anzuregen

1892 Gründungsbeschluß des Stadtmagistrats

1914 Schulhausneubau an der Gutenbergstraße; Neuer Schulname: Maria-Theresia-Schule

Einladung zur Einweihung des neuen Schulhauses

1924 Höhere Mädchenschule umgestellt auf Lyzeum mit Französisch und Englisch als Pflichtfremdsprachen
Erwerb eines Bauernhauses als Schullandheim (7.10.24)

1925 Einzug ins Schullandheim in Zusamzell (8.7.25)

1925/26
1. Realgymnasium KI. 4-9 Ziel: Abitur
2. Lyzeum KI. 1-6 (a-Klassen) Ziel: Mittlere Reife
3. Mädchenschule KI. 1-6 (b-Klassen) Ziel: Mittlere Reife

1929 Raumnot: Benutzung des Dachraums "Olymp"

1932 Verbot, an der Hitlerjugend teilzunehmen

1933 Verbot, an marxistischen Organisationen teilzunehmen

Änderung der Fächerfolge in den Zeugnissen: Sport, deutschkundliche Fächer, Naturwissenschaften und Mathematik, Sprachen

ab 1935 Luftalarmübungen in den Schulen

1935 Lehrerrat verliert Beschlussrecht

1936 Elternbeiräte abgeschafft

1938/39
1. Oberschule für Mädchen

2. auslaufende Lyzeumsklassen

3-klassige Mädchenmittelschule nach der 7. VS-Klasse oder

3. Oberschulklasse

1939-41 Wirtschaftsamt belegt Turnhalle

Appell 1942

Kriegseinsätze der Schülerinnen

ab 1942 kein Jahresbericht wegen Papiermangels, häufige Fliegeralarme

Unterrichtsausfälle wegen Brennstoffmangels

1945 schwere Beschädigung des Hauses an der Gutenbergstraße (Januar)

Einstellung des Unterrichts (22.4.45)

Einzug der amerikanischen Truppen (28.4.45)

Besetzung der Schule bis auf U5 und Hausmeisterwohnung

Schullandheim Zusamzell nimmt bis zu 30 ausgebombte Personen auf

Wiederbeginn des Unterrichts in 5 verschiedenen, über die Stadt verteilten Gebäuden (Dezember)

März 1946 Räumung des Gebäudes durch die Amerikaner

Juni 1946 1. Nachkriegsabitur

1947/48
1. Maria-Theresia-Oberrealschule (9klassig)
2. Mädchenmittelschule der Stadt Augsburg (3klassig, wird 1961 4klassig)

1948 Schülermitverwaltung; Elternbeirat; fester Dachstuhl

1961 Erneuerung der Fenster

Realgymnasialer Zweig, Sprachenfolge: E F L, später E L F

1977 Einführung der Kollegstufe

1978 Erwerb der Jugendstilvilla (Dillmann-Haus, 1980 Einzug)

1979 Einführung des sozialwissenschattlichen Zweiges, Einführung der Koedukation

1992 100 Jahr Feier, Erscheinen der Festschrift und Chronik

Die Gründung

Von Ludwig Bauer, Jahrgang 1832, der seit 1873 der erste in Augsburg amtierende Stadtschulrat war, stammt die Idee einer Städtischen Töchterschule. Der Magistrat der Stadt Augsburg zieht dann tatsächlich am 26. Februar 1889 in Kempten und Nördlingen, die bereits Töchterschulen besaßen, Erkundigungen ein, natürlich über die finanziellen Konsequenzen für die Stadt.

Den Antrag zur Errichtung einer Städtischen Töchterschule stellt allerdings ein Bürgerverein.

Das neue Schulhaus an der Gutenberstraße

1912 beschließen die städtischen Kollegien, den Neubau auf den schön und ruhig gelegenen städtischen Besitz an der Gutenbergstraße zu stellen, in ein elegantes Herrschaftswohnviertel.

An den Schulhof grenzt das Anwesen mit der Villa des Stadtschulrats Löweneck. Manche waren gegen den Bau der Schule hier, aber mein Vater hat es durchgesetzt, erinnert sich seine Tochter.

Maria-Theresia-Gymnasium vor dem Krieg

Kriegszeit 1914-1918

In den Ferien, ab dem 3. August 1914, ist die neue Schule Kaserne. Zwei Kompagnien des 3. bayerischen Landwehr-lnfanterie-Regimentes werden untergebracht; andere Truppenteile folgen. Der Unterricht kann erst am 21. September beginnen, weil die Gewinnung von Ersatzlehrkräften und die Instandsetzung des Schulgebäudes dies erforderlich machen.

Über den Krieg herrscht riesige Begeisterung an der Schule. Da stört es kaum, daß man das neue Schulgebäude mit ausgelagerten Klassen anderer Schulen, mit Vereinen, Behörden und Beratungsstellen und die Turnhalle mit Landsturm-Turner-Riegen teilen muss. Um 8 Uhr abends verwandelt sich viermal in der Woche der stille Schulhof in einen Exerzierplatz.

In allen Klassen werden Karten vom westlichen und östlichen Kriegsschauplatz aufgehängt, auf denen das siegreiche Vordringen der Deutschen durch aufgesteckte Fähnchen ersichtlich ist. Im Gesangsunterricht lernen die Mädchen der Zeit angepaßte Lieder. Auch der Handarbeitsunterricht erfährt eine kriegsgemäße Umgestaltung. Von Beginn des Schuljahres an bis Weihnachten werden ausschließlich Kriegsarbeiten angefertigt: Pulswärmer, Halb- und Fingerhandschuhe, Socken und Kniewärmer, Leibbinden, Schlipse, Ohrenschützer und Helmmützen für die Tapferen im Felde; Kissenbezüge und Krankenhemden für Lazarettzwecke.

Nachkriegszeit

Am 23. Oktober wird der Unterricht an der ganzen Schule bis einschließlich 10.November 1918 eingestellt, die Revolution an der Mädchenschule entfällt - wegen Grippe.

Kriegsdienste

Kriegsdienste von Schülerinnen des MT im 2. Weltkrieg unterschieden sich offenbar von denen im Ersten. Die Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen. Einsätze in der Landwirtschaft oder in Gärtnereien hatten den außerordentlichen Vorteil, dass man dabei gelegentlich etwas für die schmale häusliche Küche ergattern konnte.

Nationalsozialismus

Zur Situation der jüdischen Schülerinnen im Nationalsozialismus erarbeitet der
AK Jüdische Mädchen am MTG eine Ausstellung.

Photographien


Maria-Theresia-Schule

Haupteingang mit Skulpturen


"Maria-Theresia-Schule für höhere Mädchenbildung"

Turnhalle Turnhalle innen

SchulkücheKeller

Chemiesaal