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MTheater - 2003: Confusione e amore (Dario Fo)

Zwei PistolerosVon Anfang an stand es fest: Die diesjährige Theatervorführung wird einschlagen wie eine Bombe. Sie wird einmal wieder dem M.T.heater-Ruf gerecht und die MT-Halle bis auf den letzten Stehplatz mit intellektuellen Leuten (Schülern des MTs) füllen. Und so kam es dann auch. Die Voraussetzungen dafür waren optimal.Da hätten wir zuerst die zwei erfahrensten Personen des M.T.heaters, zwei Prachtexemplare unseres Lehrerkollegiums, unsern Herrn Detlef Mayr und unsern Herrn Udo Legner. Schon weit vor Beginn der ersten Theaterproben machte sich Herr Mayr auf die Suche nach einer Theatertextvorlage, die unserer würdig war. Nach vielen Tagen und Nächten des Suchens fand er schließlich ein Theaterstück von Dario Fo mit dem viel versprechenden Namen „Er hatte zwei Pistolen und seine Augen waren schwarz und weiß“.

Als allererstes haben wir den Titel geändert! Nachdem die Skepsis von unseren Gesichtern gewichen war, und Herr Mayr uns für seinen Textfund begeistert hatte, riefen wir den zweiten Häuptling der Theatergruppe, Udo Legner.Nun konnte die Schlacht um die Rollenverteilung beginnen. Hier muss man zwei Gruppen von Theaterschauspielern unterscheiden: Die erste Gruppe kämpft um die Rollen mit den längsten Texten, die zweite um die mit gar keinem Text. Die Loser sind also die mit Rollen durchschnittlicher Länge.Als dann die Rollenkämpfe beendet waren, nachdem sich die Anwärter stundenlang Textzitate um die Ohren geschmettert hatten, begann die Zeit des Textstudiums. Man machte sich mit dem Theaterstück bekannt.

Beratende ÄrzteDiese Zeit der Vorbereitungsphase habe ich getrost übersprungen. Was ich im Nachhinein bereue, denn Herr Mayr hat viel Zeit dafür investiert. Aber nächstes Jahr mache ich das volle Programm mit, versprochen, Herr Mayr!
Steigen wir also wieder in die Probenzeit des M.T.heaters ein. Textkenntnis war zu dieser Probephase erwünscht, jedoch bei den Schauspielern, die sich um die Nebenrollen beworben hatten, ihrer Meinung nach nicht vonnöten. O.k., es war ja noch Zeit bis zur Aufführung. Eine Woche oder so. Hierbei großes Lob an die Hauptdarsteller, die trotz Abistress fast das ganze Stück auswendig konnten.

Wir sind jetzt also in der heißen Phase der Theaterproben. Schon seit Tagen wohnt Lauri in der MT-Halle. Benebelt vom Geruch der Lackfarben erschafft er aus Schrott, den er aus dem Turnhallenkeller und sonstwo her hat, mit Hilfe seines Akkuschraubers ein Bühnenbild, das im Schultheaterbereich Maßstäbe setzt. Großes Lob an Lauri!

Mann als FrauEin Tag vor der Aufführung sind alle MT-Schauspieler ihres Textes mächtig. Dominik, der einen Mann spielt, der eine Frau spielt, benötigt noch ein paar Stöckelschuhe der Größe 45. Also macht sich die Hälfte der Theatergruppe auf, ein Mädchen aus unserer Schule mit überdimensionalen Füßen zu finden. Nach intensiver Suche wurde so ein Mädchen gefunden (Name wird aus Datenschutzgründen nicht genannt). Herr Mayr und Herr Legner beseitigten noch letzte Stellungsfehler der Schauspieler, indem sie mit Bierflaschen in die jeweilige Himmelsrichtung wiesen.

Nun zur Aufführung: Dreimal wurde das Stück unter dem Namen „Confusione e Amore“ gespielt, dreimal ausverkauft, dreimal tosender Applaus. Die Augsburger Allgemeine schrieb: „Wieder einmal großes Schultheater.“ ... „Schade, dass es keine weiteren Vorstellungen mehr gibt.“


Kurz gesagt, die Aufführung war ein grandioser Erfolg dank der Bestleistung der Schauspieler, der Leitung von Herrn Mayr und Herrn Legner, dem Bühnenbild von Lauri, der Licht- und Akkustikausstattung, der Peutinger Sambaband, der Verpflegung von Frau Kramer, dem tollen Publikum und der MT-Halle als Location. Danke an alle, es hat saumäßig Spaß gemacht!(Die Feier danach in der MT-Halle war auch ordentlich.)

Robert Schreiber