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Rhetorikseminar

Rhetorikseminar

Auf den Spuren Ciceros - wie Schüler einen Einblick in die Welt der Rhetorik gewannen

Am Wochenende von Freitag, 22.02. bis Sonntag, 24.02., erhielten zwölf Schüler des Maria-Theresia-Gymnasiums die einzigartige Möglichkeit, über drei Tage hinweg ein kostenloses Rhetorikseminar unter professioneller Leitung an der Katholischen Hochschulgemeinde besuchen zu dürfen. Patrick Lang, der Seminarleiter, hatte kurz nach Weihnachten einen seiner äußerst begehrten Rhetorikkurse kostenlos für eine Gruppe von Schülern ausgeschrieben. Durch den engagierten Einsatz von Frau Kosmala, Lehrerin und Kollegstufenbetreuerin des Maria-Theresia-Gymnasiums, konnte sich die Schule schließlich die zwölf Plätze des Seminars sichern.

Der erste Seminartag am Freitag begann bereits am frühen Nachmittag um 15.30 Uhr, kurz nach Schulschluss. Gleich zu Beginn des Seminarwochenendes konnte die Gruppe anhand einer spontanen Praxisübung, in der es galt relativ kurzfristig eine Rede zu halten, erkennen, wie schlecht es allgemein mit den Fähigkeiten zur Gestaltung einer lebendigen Rede bestellt war. Alle Teilnehmer realisierten sofort, dass die gängige Praxis des altbekannten "Referats" an der Schule eher einem Vorlesewettbewerb als einer durchdachten und mitreißenden Rede gleichkommt. "Ziel des Kurses sei es nun", so erklärte Herr Lang nach der Analyse der großteils miserablen Vorträge, "populäre Fehler zu erkennen und letztendlich zu vermeiden."

Nicht umsonst galt die Rhetorik in der Antike als wichtigste Schuldisziplin. Gerade durch die Kunst der Rede wird dem Menschen die Möglichkeit an die Hand gegeben, seine Meinung, Ideen und Ansichten allgemein verständlich und überzeugend darzustellen. Er erhält somit eine Stimme im doppelten Sinne, mit der er sich an seine Außenwelt addressieren kann. Da unser Schulsystem jedoch leider auf Kosten dieser Fähigkeiten überproportional theoretisch ausgelegt ist, lässt sich eine enorme Armut an rhetorischer Kompetenz seitens der Schüler, die durchaus weit bis ins Studium ausgeprägt ist, erkennen. Nach dieser durchaus schmerzhaften Selbsterkenntnis war nun die ganze Gruppe fest entschlossen, über das Wochenendseminar hinweg hart zu arbeiten und die zahlreichen Fehler auszumerzen.


Durch die grandiose Verbindung von theoretischen und praktischen Aufgaben gelang es Patrick Lang, die Begeisterung für die Rhetorik in allen Teilnehmern zu entfachen. Dem japanischen Prinzip "Kaizen" folgend, das eine langsame Steigerung der Anforderungen vorsieht, hangelte sich die Gruppe nun quer durch sämtliche Themenbereiche der Rhetorik, um am Sonntag schließlich eine überzeugende Abschlussrede halten zu können.
Trotz der enormen Stofffülle, von Psychologie bis hin zu rhetorischen Stilmitteln, kam bei den Teilnehmern niemals Langeweile auf. Sicherlich trugen hierzu auch die originellen Praxisübungen, wie z.B. die "Rede auf einer Kiste" oder die "Findung der individuellen Resonanzstimme" bei.



Im Laufe des Seminars gelang es der Gruppe schon rasch, die häufigen Fehler wie etwa die bei vielen Rednern beliebten "Ähs" oder falsche Intonationstechniken zu vermeiden. Allmählich begannen die Schüler zu verstehen, in welch rhetorischen Abgründen sie sich bis dato bewegt hatten.
Nach einem anstrengenden letzen Seminartag am Sonntag stand nun das Finale, die Abschlussrede, im Fokus. Eine etwa dreistündige Vorbereitungszeit lieferte am Ende überraschende Ergebnisse, die im Anschluss als Video analysiert wurden. Jeder einzelne Teilnehmer war überrascht im Hinblick aud die immensen Verbesserungen der gesamten Gruppe.
Alle waren sich einig, dass ihnen dieses Wochenende wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Als Herr Lang die Gruppe schließlich entließ, war sich mit diesem neuen Wissen ausgestattet jeder sicher, für das zukünftige Schul- und Berufsleben rhetorisch gewappnet zu sein. Die neu erlernten Fähigkeiten verliehen allen ein Gefühl der inneren, unerschütterlichen Selbstsicherheit und stellen einen wahrhaftigen Wissensreichtum dar, den es gilt auch noch lange nach dem Seminar zu wahren.

Somit bleibt nur zu hoffen, dass der Rhetorik in Zukunft auch in der Schule und Universität mehr Beachtung geschenkt wird, stellt sie doch einen so kostbaren, jedoch scheinbar vergessenen Schatz dar, den es gilt, aufs Neue ans Tageslicht zu bringen.

Abschließend möchte ich mich im Namen der Gruppe besonders bei Frau Kosmala aufs Herzlichste bedanken, ohne deren Einsatz unserer Schule diese einmalige Chance entgangen wäre. Natürlich gebührt auch Herr Lang ein außerordentlicher Dank für seine Bereitschaft, ein ganzes Wochenende unentgeltlich für eine Schülergruppe zu opfern. Dankeschön für dieses unvergessliche Seminarwochenende!!

Im Namen der Gruppe
Maximilian Zöttl K12